Lüdenscheid, 19.11.2007
Sehr geehrter Herr Duffe,
sehr geehrter Herr Steppuhn,
für die Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales am 20.11.2007, des Kreisausschusses am 06.12.2007 sowie des Kreistags am 13.12.2007 beantragt die UWG-Kreistagsfraktion unter dem TOP „Haushalt 2006“ folgenden Beschluss zu fassen:
Die Kreisverwaltung wird beauftragt, einen „Atlas für Senioren“ im Märkischen Kreis zu erstellen.
Begründung:
Die Zahl älterer Menschen im Märkischen Kreis wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stetig wachsen. Die Prognose weist für 2010 bei den über 65-jährigen einen Bevölkerungsanteil von rund 21 %, bei den über 80-jährigen einen Anteil von über 5 % aus.
Natürlich wird bedingt durch diese Bevölkerungsentwicklung die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen in den nächsten Jahren zunehmen. Daneben wird es glücklicherweise einen großen Anteil an älteren Mitbürgern geben, die aktiv und eigenverantwortlich ihren Lebensabend gestalten können.
Um diese Entwicklung zu unterstützen, muss die lange Teilhabe am gesellschaftlichen Leben –beispielsweise durch präventive Gesundheitsangebote- gefördert werden.
Daneben sind auch spezielle Bedarfe der Lebenssituation besonderer Zielgruppen, z.B. Menschen mit Behinderungen, zu berücksichtigen.
Will man diese Entwicklung steuern und begleiten, ist es erforderlich ein realistisches und differenziertes Seniorenbild zugrunde zu legen. Vorurteile müssen abgebaut und durch positive Aspekte des Älterwerdens ergänzt werden. Die individuelle Persönlichkeit muss im Vordergrund stehen.
Kommunale Seniorenpolitik geht daher eindeutig über eine Wohnberatung oder Pflegeberatung hinaus. Sie erfordert eine ganzheitliche Betrachtung und muss in Kooperation mit allen gesellschaftlichen Akteuren erfolgen.
Die UWG-Kreistagsfraktion hält es für geboten, jetzt in diese neue Form der „Altenhilfe“planung einzusteigen mit dem Ziel Strukturen zu schaffen und zu fördern, die ein selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Leben fördern und ermöglichen.
Die Informationen sind zum Teil auf der Homepage des Märkischen Kreises vorhanden. Auch bietet der Märkische Kreis individuelle Beratung über den Fachdienst 5 (Soziales) an und den Fachdienst 23 (Gebäudemanagement) an (Pflegeberatung i.e.S. und Wohnberatung).
Jedoch fehlt es an der Vernetzung der Informationen. Eine Broschüre, die alle Aspekte des Lebens im Ruhestand aufgreift, von ÖPNV über Sport im Alter, Selbsthilfegruppen bis hin zur klassischen Pflegeberatung, existiert nicht. Ebensowenig ist bei Kreis eine Organisationseinheit, die durch ihren Namen eine solche Vernetzung erkennen ließe, vorhanden.
Ein solcher Ansatz ist bislang auch nicht erkennbar. Zwar weist die Zielmatrix zum Thema „Der Kreis mit steigender Lebensqualität“ die Bestandsaufnahme und Vernetzung sämtlicher Angebote der Altenhilfe und der Pflege im Märkischen Kreis aus, jedoch ist wiederum als Projekt nur die Pflegeplanung und Pflegeberatung aufgeführt.
Wir halten es für dringend erforderlich, die Fragestellung zu erweitern.
Nur wenn wir es schaffen, Seniorenarbeit weit vor der Pflegebedürftigkeit beginnen zu lassen, wird es uns auf Dauer gelingen, den Anspruch „ambulant vor stationär“ auch qualitativ hochwertig erfüllen zu können. Dies ist mit Blick auf die demographische Entwicklung geboten.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Konrad Schumann
Fraktionsvorsitzender